Die Wahl des Glases beeinflusst massgeblich, wie ein Champagner riecht, perlt und schmeckt. Lange galt die schlanke Floete als einzige richtige Option — heute empfehlen Sommeliers und Champagnerhaeuser zunehmend andere Formen. Grundregel: Je komplexer und gereifter der Champagner, desto groesser sollte das Glas sein.
Die Floete: Perlage im Fokus
Die klassische Champagnerfloete mit ihrem hohen, schmalen Kelch konzentriert die Perlage zu einem einzigen Blaeschenstrom und haelt die Kohlensaeure lange. Sie eignet sich gut fuer junge, frische Brut-Cuvees, bei denen die Perlage im Vordergrund stehen soll. Ein Nachteil: Der enge Kelch laesst wenig Sauerstoff und damit wenig Aromenentfaltung zu. Feine Noten von Brioche oder Terroir gehen leicht verloren.
Die Tulpe: der beste Kompromiss
Die Champagnertulpe verbindet das Beste aus beiden Welten: Der bauchige Mittelteil bietet genuegend Raum fuer Aromenentfaltung, waehrend sich der leicht einwaerts geschwungene Rand die Kohlensaeure haelt und das Bouquet konzentriert. Fuer die meisten Champagnerstile — von Brut ueber Rosé bis zum Millesime — ist die Tulpe die empfehlenswerteste Wahl.
Das Weissweinglas fuer Prestige Cuvees
Bei gereiften Prestige Cuvees und komplexen Blanc de Blancs empfehlen Experten das grosse Weissweinglas. Die groesstere Oberflaeche erlaubt maximale Sauerstoffaufnahme und laesst das volle Aromenpotenzial dieser Weine zum Ausdruck kommen. Die Champagnerschale hingegen — einst populaer in den 1920er-Jahren — laesst Kohlensaeure und Aromen schnell entweichen und wird heute nur noch fuer Champagner-Cocktails oder rein dekorative Zwecke verwendet.








